KS-Como: VierFlüsseRadfahrTage

Tag 3 bis Tag 5:

Wenn ich nicht beim Schreiben dranbleibe, überstülpen ganz schnell die akuellen Erlebnisse die vorherigen so wie beim Spiel „Fang den Hut“. Nun denn: drei Hütchen rückwärts …

Samstag, 14.4.:

Aus dem hintersten „Motten“Winkel kam ich erst, als ich bei herrlichem (oder fraulichem) Wetter die ersten richtigen Hügel überwunden hatte.

Im Sinntal traf ich auf die Ergebnisse des gestrigen Regentages. Die Flussauen und Radwege waren manchmal überflutet und ich bin sehr aufmerksam durch die manchmal 30 cm hohen Wasser gefahren. Schuhe und Hose waren nass.

SinntalFlut I

SinntalFlut II

Bei Gemünden stieß ich ins Maintal, dass schon viel grünerer und blühender war als die bisherigen Landschaften.

Ein netter Zeltplatz in Zellingen direkt am Main nahm mich auf. Obwohl hier nichts verkauft wurde, brachte mir die Chefin bei ihrem Einkauf noch ein Bier für den lauen Sommerabend mit.

Sonntag, 15.4.:

Es sommert. Von Würzburg hab‘ ich nur im Vorbeifahren etwas mitbekommen.

Das Taubertal macht seinem Adjektiv „lieblich“ wirklich alle Ehre. Kleine Dörfer und dazwischen intensiv und liebevoll bewirtschaftete Kleingärten und Wiesen. So stelle ich es mir beim kleinen Hobbit zu Hause vor. Die Krönung war der Bau eines windschiefen Gartenhäuschen …

Auf dem Radweg an der Tauber war an diesem sonnigen Sonntag eine E-Bike-Karawane hauptsächlich mit Menschen meines Alters unterwegs, die mit lockeren und wenigen Kurbelumdrehungen ihren Ausflug genossen. Ich habe den Eindruck, mein ’normales‘ Fahrrad und ich kommen allmählich in die Minderheit.

Kurz nach Bad Mergentheim landete ich auf einem Campingplatz mit einem schweizerischen Betreiber.

Gute Rinderleber auf Schweizer Art und gute Gespräche mit einem Ex-68er, der teilweise noch bei seinen Idealen geblieben ist und mir sarkastisch bis verbittert erschien. Seine Lebensträume und -wünsche haben sich wohl bisher noch nicht erfüllt.

Montag, 16.4.

Eine MultiFlüssetour ergab sich (Tauber, Jagst, Kocher, Neckar) durch das Überqueren der zwischen den Tälern liegenden Höhenzüge. Kleines Training für den kommenden Schwarzwald.

Entlang ging es an Weinhängen…

und der alten Jagsttalbahn
(so einen überwucherten Zustand wünsche ich mir für die A7 in ca. 150 Jahren)

bei Kloster Schönau

Diese Flüsse eignen sich für entspanntes Radeln in schöner Landschaft bei sehr guter Gastronomie.

Dagegen sind die Flußränder des Neckar in und um Heilbronn herum komplett durchindustrialisiert. Hier spürte ich eine ungute, stressige, geschäftliche Hektik, die ich bisher auf der Fahrt nicht so wahrgenommen habe.

Aber es gab auch nette Strecken am Neckar.
So wurde ich Bewunderer eines Löwenzahnanbau-Hanges.

Lauffen am Neckar war der Endpunkt für diesen Tag. Die Suche nach einem freien Bett blieb erfolglos: Nicht Radwanderer oder andere Touristen hatten gebucht. Mitarbeiter von externen Firmen, die in Heilbronn Aufträge zu erfüllen hatten, befüllen die Zimmer. Was tun?

Direkt am Neckar in Stadtrandnähe fand ich einen „wilden“ Lagerplatz neben einem genauso wilden Kleingarten.

Davor hatte ich noch die schwäbische Gastfreundschaft in einer Gartenwirtschaft mit drei zimmerbelegenden Mitarbeitern bei zwei Radlern (=gesüßte Hopfenkaltschale) und einem Schweinerücken mit vieeel Soß‘ genossen.

Im Halbdunkel stellte ich das Zelt auf, wobei ich den Verlust meiner xten Stirnlampe bemerkte. Es ging auch so. Der Schlaf knipste mein Wachbewusstsein schnell und komplett aus.

Eine wichtige Erkenntnis daraus ist, dass ich mir wg. der Suche nach einer Unterkunft keinen Stress mehr mache (wenn ich Schlafsack, Matte und Zelt mit habe). Und dass ich nach günstigen StirnLampen im Zwölferpack Ausschau halte.

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