Der runde Hochrhöner

Eigentlich ist der Hochrhöner eine Streckenwanderung von Bad Kissingen bis nach Bad Salzungen oder umgekehrt und hat eine West- und eine Ostvariante. Doch …

ein neuer Wanderfreund hat aus den beiden Varianten des Hochrhöners eine schöne Rundstrecke gemacht. Danke für die tolle Idee!

Kenndaten:

  • Start und Ziel: Tann
  • Länge: 89,4 km
  • An- und Abstieg: je 2.460m
  • 3 Tage wandern, 2 Nächte draußen übernachten.

Der Donnerstag war ziemlich heiß. Schwärme von Fliegen und viele Bremsen begleiteten uns über die Höhen der Rhön.

So gut wie kein anderer Wanderer oder Radfahrer waren unterwegs. Zunächst war dies irritierend, bis uns klar wurde, dass der hessische Feiertag „Fronleichnam“ in Thüringen nicht zu den Feiertagen zählt. Vorteil davon war, dass wir in einem kleinen Ort einen geöffneten Laden fanden, in dem wir gekühlte Getränke kaufen konnten.

Zum guten Schluss landeten wir in der „Schweinebucht“, in diesem Fall eine Gaststätte in Frankenheim, in der wir uns herzlich willkommen fühlten. Wir verleibten uns Thüringer „Rostbrät“ und mehrere Radler ein.

Einen Lagerplatz fanden wir an diesem Abend auf einer Anhöhe unter einem wunderschönen Baum.

So heiß wie der Tag war so krachte auch das abendliche Gewitter links bei gleichzeitigem Sonnenuntergang rechts.

Der nächste Morgen brachte erfrischende Kühle, feuchtes Gras, warmes Porridge und heissen Tee und Kaffee. Es fing also gut an. Nach dem allseits beliebten Zusammenpacken zogen wir unsere Strecke über die lange Rhön. 

Es ist wirklich beeindruckend,wie   l a n g e    man mit leichtem Auf- und Ab auf der Höhe bleibt und häufig weite Sichten genießen kann.

Ab dem Schwarzen Moor bis zur Milseburg nahm die Anzahl der Wander- und Radfahrbegeisterten exponentiell zu. Ein ständiges „Hallo“ oder ähnliches kam über unsere Lippen bzw. schallte uns von den Entgegenkommenden herüber. Gespräche über das „woher?“ und „wohin?“ schlossen sich manchmal an. Das „warum?“ wurde nicht erörtert.

In direkten linearem Zusammenhang scheint die Anzahl der Wanderer mit der Anzahl der Wandermarkierungen zu stehen. Den Kulminationspunkt der WandermarkierungsOrgie fand ich zwischen Rotem Moor und Wasserkuppe…

Die Enzianhütte des DAV Fulda kam uns zum Abendessen gerade recht. Etwas Überzeugungskraft brauchten wir, bis wir draußen essen und trinken durften („ist doch so kalt und windig draußen…“). Doch waren wir den ganzen Tag an der „frischen Luft“ und empfanden es drin zwar gemütlich aber auch gleichzeitig voll und stickig. Das Holzfällersteak und die Radler schmeckten auch im Kalten und Windigen.

Danach fanden wir dann noch ein ruhig gelegenes Lagerplätzchen, bei dem wir es uns noch bei einem „Apfelsherry“ (offizielle Bezeichnung: Dessertwein) aus der Rhön und einem Ausblick auf die Milseburg gut gehen ließen. 

Unsere letzte Etappe begann (und endete) bei bedecktem Himmel und zum letzten Ende noch bei Nieselregen. 29,7 km zeigte das Hinweisschild des Hochrhöners kurz vor der Milseburg am Morgen nach dem Frühstück an. Vom höchsten Punkt der Milseburg gab es nochmal eine variantenreiche Grünsicht hinab in die Hochebene.

Dann erwischte uns die Kuppenrhön voll. In einem ständigen hügelauf und -ab ging es nun bei trübem Wetter an der Westseite der Rhön entlang. Die Anzahl der Wandermarkierungen wurden weniger und damit auch die Wander- und Radfahrbegeisterten. Wir waren wieder so gut wie allein unterwegs. Manche Teilstrecken waren so selten begangen, dass sich zwischen Wiese und Weg kaum ein Unterschied feststellen ließ. Tann rückte von km zu km näher. Es kam die Vorfreude auf, diese NieselRegenNacht in einem normalen Bett zu verbringen. Und genau wg. dieser Vorfreude haben wir wahrscheinlich die letzten km etwas mühseliger empfunden als sie in „Wirklichkeit“ waren.

Jetzt, nach einer Nacht im heimischen Bett, kommt bei mir schon wieder die Sehnsucht nach dem DraußenSein auf.

Das freut mich.

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