Fulda-Diemel-Weg

Trotz oder wegen Covid-19 zieht es uns raus aus der Stadt hinein ins Grüne und in die Bewegung. Wir erkunden den Fulda-Diemel-Weg, der nicht so „geläufig“ wie andere Wege ist, aber gleich vor der Haustür beginnt. Wir starten am anderen Ende, in Bad Karlshafen, wohin uns Bahn und Bus bringen und laufen zurück nach Kassel.

Es ist heiß, einfach nur heiß.

Bad Karlshafen überrascht uns mit französischen Hausbeschriftungen. Ursache dafür ist die Hugenotten-Migrationsbewegung im 17./18. Jahrhundert, in der aus Frankreich Geflüchtete sich in Karlshafen ansiedelten. Interessante Geschichte, mit der ich mich mal beschäftigen möchte.

Der erste Anstieg zum Hugenottenturm treibt den Schweiß aus den Poren. Wir sind einfach noch wander-entwöhnt. Auf schmalen, breiten und nicht mehr erkennbaren Wegen geht es bis auf die Diemelhöhen, die mit Windrädern gut bestückt sind.

In Lamerden an der Diemel sind wir zunächst enttäuscht, dass wir das heiß ersehnte kühle Bierchen nicht in der Gaststätte „Zur Friedenseiche“ trinken können. Zum Trost darüber bieten uns die Anwohner einen Zeltplatz an der Diemel, frisches Wasser und regionales „Warburger Pils“ an. Wir nehmen dankend an, bleiben hier und erholen uns von der Tageshitze.

Über eine Teilstrecke des Eco-Pfades Muschelkalk im Diemeltal schlängeln wir uns weiter oberhalb der Diemel entlang bis Liebenau, wo wir in einem Dorfladen unsere Vorräte auffüllen. Hügelan geht es über Ersen und Niederlistingen zu großen Hofgütern und durch ihre landwirtschaftlichen Ausnutzflächen. In Rangen finden wir einen wildes Plätzchen für unser Zelt gleich neben einer Schafherde, die uns in den Schlaf blökt. Ein nächtliches Gewitter mit viel Lärm um Nichts (kein Regen) rüttelt uns nochmal wach bevor wir verschwitzt und ein bisschen verklebt aufstehen und in den nächsten Tag hineinlaufen.

Wir erreichen bekannte Gefilde: Über den Schreckenberg geht es an Zierenberg vorbei auf den Dörnberg, wo die Segelflieger ihre Flügel in der Mittagshitze trocknen. Auf schmalen Pfaden geht es nun durch den Habichtswald in den Bergpark Wilhelmshöhe, wo wir dankbar in die Tram steigen und uns den Asphaltweg nach Hause ersparen.

Die erste Mehrtagestour mit Draußennächtigung ist erfolgreich beendet. Wir haben wieder ganz in der Nähe unseres Wohnortes Landschaften und Orte entdeckt, die wir bisher noch nicht (so gut) kannten.

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