HRP-West: Ref. Jeandel -> Lescun

Tag 10, Freitag: Erste „richtige“ Berge

Strenges HüttenReglement: Gemeinsames Frühstück um 7:15 Uhr. Guter Kaffee, Weißbrot, Butter und Marmelade, – nur nicht so viel Verpackungsmüll wie in Italien, ansonsten identisch. Um 8:15 müssen alle aus der Hütte draußen sein.

7 Uhr: Refuge Jeandel wacht auf.

8 Uhr: Refuge Jeandel ist wach.

Kurz nach dem Start traute ich meinen Augen nicht und näherte mich einem etwas aus der Ferne nicht sofort Erkennbarem. Die Kuh ist wohl verendet und diente den Geiern als Nahrung.

Und ganz in der Nähe etwas Lebendiges…

Noch etwas in Gedanken und Gefühlen zu Leben und Tod machte ich mich auf in eine karstige Felsenlandshaft.

Pic d’Anie (2507 m)

Im Zentrum der Pic d’Anie.
Wenn es weiter schön bleibt, wollte ich dort hinauf.

Doch erstmal ging es über verzwickte Felswege …

… an interessanten Felsformationen vorbei.

Dann, kurz vor dem eigentlichen Weg zum Gipfel kamen dichte Wolken, die Feuchte, Kälte und wenig Sicht mitbrachten. Das ganze wurde recht ungemütlich und ich war froh in dem Felsenwirrwarr noch den Weg zu sehen. So ließ ich den Pic d’Anie rechts liegen und stieg langsam von 2200 hm auf 900 hm ab.

Vorbei an einer Schäferhütte eines jungen Paares mit Säugling, der auch schon beim Schafehüten im Tragegestell mit dabei war.

Über Weidepfade ging es weiter …

in einen märchenhaften Buchenwald …

durch tierisch matschische Wege …

vorbei an einem unkonventionellen Hühnerhaus …

hinunter ins Valle d’Aspe …

bis nach Lescun, einem der schönsten französischen Dörfer in den Pyrenäen (lt. Touristenliteratur)

Hier kaufte ich in einem für Wandernde gut sortierten Laden für den Abend und die folgenden Tage ein.

Gegenüber in der Bar hatte ich mich mit Saloum verabredet, einem in Freiburg lebenden Franzosen, der gern ein paar Etappen mit mir die HRP laufen wollte. Bei zwei Bieren schmiedeten wir Pläne und glichen unsere Erfahrungen und Wanderkondition theoretisch ab. Es passte sofort gut.

So machte ich mich auf, zum Zeltplatz von Lescun, der etwas außerhalb lag. Er war offiziell für dieses Jahr zwar schon geschlossen, Wandernde konnten jedoch kostenlos ihr Zelt für eine Nacht aufstellen. Ein Sanitärcontainer und eine an einem Baum befestigte Ladestation für mobiltels wurden zu Verfügung gestellt. Toller Service. Eine Ratatouille-Dosensuppe, Brot und ein Bier waren mein Abendessen. Bon Nuit.

Tag 10: ~7 Std. ~17 km /~640 m \~1.450m

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