HRP-Ost: Camp Bordes de Graus -> Pla de Sellente

Tag 11, Sonntag:

Gestern Abend noch lernte ich John und Michael, 2 Kanadier, kennen. Sie sind in einer  ähnlichen Lebenssituation wie ich:

frisch in Rente, die Kinder stehen selbstverantwortlich in ihrem eigenen Leben, ansonsten keine Verpflichtungen mehr, – jetzt ist die Zeit das zu erleben, was nicht mehr aufgeschoben werden sollte, z.B. die HRP zu begehen.

Vielleicht sehen wir uns auf dem Weg wieder, denn sie wollten eine leichtere Variante gehen und gleichzeitig noch Lebensmittel für die nächsten Tage einkaufen.

Erstmal geht es eine Stunde auf dem gleichen Weg hinauf, auf dem ich gestern abgestiegen bin. Der Morgen begrüßt mich mit tollem Sonnenlicht.

Noarre ist ein Dorf ohne Straßenanbindung, was im Gegensatz zum Tessin oder Piemont hier ziemlich selten ist.

Noarre

Mal ein ebener Weg, der ans Talende führt …

… mit einem wunderschönen Talabschluss. Ab jetzt geht es aufwärts.

Hier scheinen die Steine ins Wasser zu fließen.

Es folgen wie auf einer Kette aufgereiht ein prachtvoller See nach dem anderen …

In dem ganzen Gestein fallen selbst einfache Blumen besonders auf.

„Seenbrille“

Steinwesen an See

Harlekinfels

„Seerie“

einfach nur schön

Nach 5 Std. erreiche ich um 13 Uhr das Refugi de Certascan (2240m).

Dort bekomme ich einen Linseneintopf, der meine Kräfte belebt. Eigentlich habe ich mein heutiges Ziel erreicht. Doch ist für übermorgen Dauerregen angekündigt. Wenn ich nach Etappenplan weiter laufen würde, müsste ich den Regentag in einer Biwakschachtel verbringen, was nicht so erstrebenswert ist.

So entscheide ich mich, heute noch einen Großteil der nächsten Etappe zu gehen, um morgen dann bereits die erste bewirtschaftete Hütte in Andorra zu erreichen. Auf geht’s.

Zunächst begleitet wieder ein See meinen Weg. Ich kann mich daran nicht sattsehen.

Sattessen kann ich mich an Heidelbeeren zwar nicht, …

… jedoch sind sie eine willkommene Abwechslung beim Aufstieg zum nächsten Pass.

Italienische Einlage bei der Wegmarkierung

Anschließend geht es steil hinab, immer entlang einer Schlucht … in der sich Wasserkaskaden … an Wasserfälle … an Badegumpen reihen … … es will nicht aufhören. Großartig!!

Durch einen wirklich wilden Wald geht es weiter steil bergab. Ich habe alle Füße und Hände voll zu tun, um dort durchzufinden und -zusteigen. Keine Fotos.

Um 17 Uhr endlich bin ich unten angekommen und muss gleich wieder hoch.

Der Weg sieht aus wie eine piemontesische Mulattiera.

Zweieinhalb Stunden später, nach ca. 11,5 Std. Laufzeit erreiche ich erschöpft und zufrieden  die Hochebene Pla de Sellente (2080m).

Perspektive beim Probeliegen, ob der vorgesehene Zeltstellplatz einigermaßen eben ist.

Jetzt nur noch Zelt aufbauen, waschen, essen, trinken und … schlafen.

Tag 11: ~11,5 Std. ~19,5 km  /~1970 m \~1230 m

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