Como-KS: Lech mich …

Tag 8 und Tag 9:

… dieser Fluß streckt sich enorm in die Länge.

Hauptsächlich geht es den Lech gradaus entlang. Menschen haben ihn für die Stromproduktion in über 20 Staustufen unterteilt.  Dadurch entstehen Naherholungsgebiete für Menschen und RückzugsBereiche für andere Lebewesen. An einem dieser Kunstseen habe ich übernachtet.

LechLager

Immer weiter ging es an diesem Tag den Lech entlang.
Die Landschaft ringsherum war flach wie in Norddeutschland.

Mal ein richtig schöner Maibaum,

Außer bei Brauchtum und Sprache war vom Bayrischen nicht viel zu spüren.
leider fehlt noch das Informatiker-Handwerk … kommt noch … irgendwann.

Augsburg habe ich nur durchquert. Mir war’s zu voll. Außer einem Schnappschuss zum Thema Muße habe ich keine weitere Minute bzw. Pixel verbraucht.

Immer weiter ging es den Lech entlang. Angler/innen jagten hier mit besonderer Technik Forellen, die in dem schnell fließenden, milchigen Wasser nicht sichtbar sind. 

Endlich erreichte ich Donauwörth und damit die Einmündung des Lech in die Donau. Nun wurde mein Leitgewässer die Wörnitz. Vorher habe ich von ihr noch nie etwas gehört. Doch ergibt sich durch die Kombination von Wörnitz und Tauber eine interessante Radwegeverbindung zwischen Donau und Main, da die Tauber in Wertheim in den Main mündet.

Die Wörnitz mäandert gemütlich durch eine Ebene, auf der sich kleine Dörfchen aneinanderreihen. Auch die Häuser in den Dörfern sind oft wie Perlenketten in definiertem Abstand aufgereiht und wahrscheinlich in einem Schwung erbaut worden. Etwas ungewöhnlich und es hinterlässt bei mir neugierige Fragezeichen.

Die Zeit scheint hier etwas langsamer voran zu schreiten. Touristische Infrastruktur gibt es hier nur minimal (Hinweisschilder für Radwege, die hauptsächlich aus schmalen, wenig befahrenen Straßen bestehen, sind ausreichend vorhanden). Preise für Essen und Trinken schwanken zwischen denen vom Frankenland und Tschechien. 

Einem Tipp der Wirtin des Gasthauses, in dem ich köstlich gegessen und getrunken hatte, verdankte ich meinen abendlichen Lagerplatz, – inkl. Froschkonzert.

Und am Morgen dann wieder in den Sattel … Hoppla! Meine rechte Pedale knattert und kracht fürchterlich. Da hat sich wohl so langsam ein Pedallagerschaden etabliert und war heute morgen ausgebrochen. 

So konnte ich den ganzen Tag nur mit halber Kraft fahren, damit sich die Kurbel wenigstens knackend, krachend und knirschend weiterdreht. Denn bis Rothenburg/Tauber war nicht mit einer Reparaturmöglichkeit zu rechnen und zu Fuß bis dahin laufen wollte ich nicht. Außerdem war Sonntag. Es galt, behutsam aber bestimmt weiter zu kommen. 

An der Quelle und Kultstätte für ein besonderes bewusstseinsveränderndes Elixier bin ich auch vorbei gekommen. 

Was fotografiere ich in einer unspektakulären, ruhigen Landschaft? Nichts? Kleine Besonderheiten, die mir auffallen? Oder wirklich mal die unspektakuläre Landschaft? Ich habs mal probiert.

30 km vor Rothenburg begann es zu regnen und zu gewittern. Was tun? Bei warmem Wetter Regensachen anziehen über Klamotten, die staubig und verschwitzt sind und dringend gewaschen gehören? Nicht wirklich prickelnd.

Warum zieht man sich Regensachen an? Weil man nicht nass werden will. Warum will man nicht nass werden? Damit man nicht friert und nach dem Regen noch trockene Sachen anhat. Beides traf für mich nicht zu. Ich fror nicht, es war trotz Regens warm und die Sachen konnten ruhig nass werden. Also ohne Regensachen weiterfahren. Zwei Stunden später erreichte ich in Rothenburg den anvisierten Campingplatz, nicht ohne dass mich google-maps über eine für Radfahrer völlig bescheuerte Route (bergauf, Kopfsteinpflaster, Fußgängerzone, Einbahnstraße) durch Rothenburg-City lotste. 

Das Glück war mal wieder da. Kaum war ich am Campingplatz angekommen, kübelte und gewitterte es wie wild. Derweil genoss ich die heiße Dusche und richtete mich unter dem Vordach des Aufenthaltsraumes ein. Die Wäsche trocknet auf der Leine (hoffentlich bis morgen). Alle Akkus werden aufgeladen, inkl. meines persönlichen. Ich gönne mir ein helles Landwehr-Bräu und überlege, ob ich heute Abend so faul bin und mich mit Matte und Schlafsack unter dem Vordach schlafen lege, ohne das Zelt auf der nassen Wiese aufzubauen….

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