Mitten(im)wald

lag dieser Ort bestimmt mal vor einigen hundert Jahren.

Doch auch hier haben Menschen Schneisen geschlagen, Wälder gerodet, Häuser und Straßen in hoher Dichte gebaut, sich und ihr Vermögen vermehrt, Kühe und andere Tiere domestiziert, geschlachtet, „verarbeitet“ und „Kultur“landschaft erschaffen und gepflegt.

Mittenwald

Mit der Bahn erreichen wir nach sechs Stunden Fahrt am frühen DonnerstagNachmittag den Ort am Südrand Deutschlands.

Schnell die Sachen, die auf Tagestouren im Rucksack überflüssig sind, zur Pension Schwalbennestl bringen.

Danach steht gleich eine Einlauftour auf den Grünkopf an. Sie führt uns am idyllisch gelegen Lautersee vorbei, anschließend auf moderatem Pfad auf den Grünkopf, der uns etwas Aussicht auf die Wettersteingruppe erlaubt, um dann über den Ferchensee wieder zum Lautersee zurückzukehren.

Hier bekommen wir noch ein kleines Abendrotschauspiel „Karwendelspitzen an Lautersee“ geboten, bevor wir nach beachtlichen 5 Stunden Gehzeit verschwitzt und hungrig die Gröblalm (eher ein Gasthof mit gehobenem Anspruch) erreichen. Es dämmert bereits.

Hier gibt es Bier, Gams und Kinderkuh (beide bereits in totem Zustand und zerteilt), totes Gemüse und abschließend spirituelle Getränke. Alles trägt zur Stärkung und zum guten Schlaf bei.

Freitag, 24.9.:

Leider können wir erst um 8 Uhr frühstücken, so dass wir kurz vor 9 startklar sind. Zunächst quer durch das doch eigentlich ganz hübsche Mittenwald hindurch geht es hinauf zur Dammkarhütte. Erst durch Wald dann über einen Geröllpfad …

… erreichen wir am späten Vormittag die noch voll im Schatten liegende Unterkunft und Versorgungsstation.

Dammkarhütte

Durch das eigentliche Dammkar geht es auf breitem Geröllweg weiter hinauf auf ca. 2.200Hm.

Wir versuchen uns an einem verwitterten Holzstufenpfad, der zu einer Scharte führt, entscheiden uns dann doch für den Tunneldurchgang zur Bergstation der Karwendelbahn.

Auf dem dort gut eingerichteten Panoramaweg haben wir tolle Aussichten in fast alle Himmelsrichtungen.

Es gibt Muße für experimentelle SteinmandlErgänzung.

Für den Abstieg nutzen wir die Karwendelbahn, weil uns der ähnlichnamige Steig zu schwierig ist.

Beim Abendessen auf unserem Balkon bei Bier, Salat und Cordon bleu mit toller Aussicht auf die Karwendelspitzen und -bahn lassen wir den Tag ausklingen.

Samstag, 25.9.:

Über den Pürzlgrat wollen wir auf die Brunnsteinspitze. Mit der Bahn fahren wir nach Scharnitz in Österreich. Dort geht es auf einem schmalen Pfad steil hinauf in den Wald.

Doch die ersten zu überwindenden Schrofen nach ca. 400Hm machen Anette so zu schaffen, so dass wir lieber gleich umkehren. Gute Entscheidung. Denn leichter wird es bestimmt nicht.

So bleibt noch genügend Zeit für einen zweiten Anlauf, diesmal zur Brunnsteinhütte. Entlang der Loisach latschen wir durchs Tal bis zum Einstieg des Weges zur Brunnsteinhütte. Ein mäßig steiler, gemütlicher Weg führt uns zur Hütte, wo wir in schutzmaskenfreier Gesellschaft ein alkoholfreies Weizen genießen. Familien mit Kindern trudeln ein, um hier gemeinsam auf der Hütte zu nächtigen. Für die Kinder und Eltern bestimmt ein tolles Erlebnis.

Der Abstieg führt uns zunächst über eine luftige Hängebrücke …

… und anschließend über den manchmal schmalen Leitersteig zurück nach Mittenwald.

Erst Duschen und dann nochmal in der Gröblalm essen und trinken. Diesmal muss die Haxe eines Kinderschafs und wiederum ein Gemsenteil in Form von Ragout herhalten und uns Stärkung verschaffen. Rechtschaffen müde schlafen wir in unserem Quartier in Sekundenschnelle ein.

Sonntag, 26.9.:

Heute gibt es nur noch einen Sonntagsspaziergang auf den Hohen Kranzberg. Dabei lassen wir uns auch noch zusätzlich von dem nostalgischen EinSitzSesselLift ein ganzes Sück hochfahren. Beste Aussicht aufs Wettersteinmassiv garantiert.

Wir erhaschen einen Ausblick auf die Zugspitze und müssen dann auch schon wieder runter nach Mittenwald, damit Anette „ihren“ Zug am frühen Nachmittag bekommt.

Ade Buckelwiesenlandschaft

Jetzt ist der ICE mit Anette nach Kassel unterwegs. Ich bleibe noch, bis mich am Abend mein „Schnäppchenzug“ auch nach Kassel bringt. Auf der Parkbank sitzend schreibe ich diese Zeilen zusammen und klebe anschließend noch ein paar Bilder zwischen die Zeilen und meine Reiseerinerungen zu Mitten(im)wald sind fertig.

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