Bevor dieses Jahr zur Neige geht, wollen wir nochmal „an die frische Luft“. Der Pfälzerwald sticht uns schon seit unserer Deutschlandtour im Jahr 2020 in der Nase, auch weil wir an diesen so gute und lebendige Erinnerungen haben.
Ein Plan, stets für Veränderungen bereit, ist flott entworfen. Ich finde ein paar mehr oder weniger bekannte Wege und verbinde sie zu einer Tour in drei Etappen durch die Südwestpfalz.
Mit Bahn und Deutschlandticket fahren wir mittags von Kassel nach Annweiler am Trifels, das wir bei Dunkelheit erreichen. Es ist es feuchtneblig, still und die Straßen sind leergefegt.
Unsere Unterkunft, die Villa Waldfrieden, ehemals ein Kurhotel, verfügt über eine Online-Anmeldung und lässt uns mittels PIN-Nummer ein.
Ein altehrwürdiges, renoviertes Treppenhaus empfängt uns und führt zu unserem Zimmer. In einer gut organisierten Selbstversorgerküche köcheln wir unser Abendessen. Ein guter Start ins Pfälzeln.
Am feuchtwarmnebligen Morgen geht es über Forstwege hinauf Richtung Norden zur Jung-Pfalz-Hütte am Schinderkopf. Lage und Aussicht sind prima, doch am Freitagmorgen ist sie noch geschlossene, so dass ein KaffeeNachtanken nicht möglich ist.
Eine erste Rast gibt es an den Hohlefelsen am Almersberg.
Leider beginnen wir schon nach einigen Minuten auszukühlen, so dass wir rasch weiterlaufen.
Ein Aussichtspunkt am Almersberg lädt zu einer weiteren Rast ein. Doch auch hier wird uns schnell kalt … die Sonne ist in dieser Jahreszeit nicht so kraftvoll.
Nach einem schönen Abstieg ins Wellbachtal geht es wieder langsam hinauf auf einem Weg entlang des Kaltenbaches, der früher als Trift (Brennholz-Flößerei) ausgebaut war und genutzt wurde.
Im Dämmerlicht erreichen wir den „Schwarzen Fuchs“, das ehemalige Forsthaus Annweiler. Erst Schuhe abbutze, dann noigomme.
Die Übernachtung haben wir inklusive eines Weihnachtsdinners gebucht, so dass für unser leibliches Wohl gut vorgesorgt ist.
Den nördlichsten Punkt unseres Pfälzelns erreichen wir am nächsten Morgen in Hofstätten, einem Hundert-EinwohnerInnen-Dorf, in dem sich Fuchs und Has‘ gute Nacht sagen.
Selbst halbwegs neue Fahrräder fallen hier in einen Dornröschenschlaf.
Wir saugen ein paar wenige Sonnenstrahlen in uns auf, bevor uns der Nebel wieder verschluckt.
Am Luipoldsturm auf dem Weißenberg sind wir eingenebelt. Wir wundern uns über die regionale Geschichte. Diese Region gehörte noch im 19. Jahrhundert zu Bayern!
Die Aussicht vom Turm beschränkt sich auf die Bäume, die wir von hier oben sehen.
Über einen extra ausgeschilderten NatURWALDpfad (hier wird lediglich bei Bedarf der Weg freigeschnitten, ansonsten soll hier ein 2,4 qkm kleiner wilder Wald entstehen) erreichen wir am Nachmittag Merzalben, ein Dorf, das wahrscheinlich auch schon bessere Zeiten erlebt hat.
Hier dient das ehemalige Forsthaus Merzalben nun als Hostel für Wandernde, Radfahrende und Montierende.
In der prima eingerichteten Selbstversorgerküche köcheln wir unser wohlschmeckendes Campingessen aus dem Rucksack. Ein südamerikanisches Trio junger Männer, das in Merzalben Glasfaser verlegt, ist hier auch zu Gast. Internationale Atmosphäre.
Wir stapfen weiter durch den wolkenverhangenen Pfälzerwald und sind fasziniert von den mehr als 200 Millionen Jahre alten Felsbändern …
… mit ihren natürlichen Gravuren und Farben.
Baumpilzorchester auf Totholz zeugen von einer natürlichen Kreislaufwirtschaft – wenn der Mensch nicht eingreift.
Schimmelfäden bilden natürliches „Engelshaar“ mit ebenso natürlichen Tauperlen, die die Oberflächenspannung nutzen, um sich im Netz der Fäden zu halten.
Wir laufen vorbei an weiten Baumpilzlandschaften …
… passieren Burg Gräfenstein und den Winschertfels, um letztendlich auf den Rodalber Felsenwanderwg zu gelangen, dem wir bis zum Ziel unserer Wanderung in Rodalben folgen.
Dort können wir am Abend nach einem kleinen nächtlichen Aufstieg den beleuchteten Bruderfels besichtigen.
Es ist zwar beeindruckend, doch gleichzeitig kommt bei mir das Thema „Lichtverschmutzung“ hoch. Die nachtaktiven Mitlebewesen sind über diese permanente nächtliche Illumination bestimmt nicht amüsiert und bereits in dunklere Gefilde geflüchtet.
Eigentlich wollen wir noch in einer dieser Felshöhlen nächtigen, doch ist es uns zu feucht und zu kalt, …
… so dass wir Wanderfreunde von uns, die wir auf unserer GTA-Tour in 2019 kennengelernt haben, in ihrem neuen Zuhause mit angeschlossener phantastischer Ferienwohnung inkl. Hotpot besuchen.
Ein Abend bei Freunden mit pfälzischen Zutaten – Saumagen, Leberknödel und Weinschorle – runden unseren Ausflug in die Pfalz ab.
Erfüllt und entspannt reisen wir mit der Bahn zurück in heimische Gefilde. Das Jahresende kann kommen.























Ja, die Pfalz ist zu jeder Zeit eine Reise wert.
Es gibt noch viel zu entdecken und es lohnt sich vieles zu wiederholen.
Wir freuen uns auf euren nächsten Besuch in der Ferienwohnung Weitblick im Dahner Felsenland.
Liebe Jörg, liebe Elke, danke nochmal für eure Gastfreundschaft, die uns echt gutgetan hat. Wir kommen gern wieder – in die Pfalz und zu Euch.
Dieser Teil der Pfalz ist seit Jahren ein Anlaufpunkt für uns. Unsere Freunde leben dort. Schönes Weihnachtsfest!
Liebe Grüße Heidi 🤓
Liebe Heidi, danke für deine ausdauernde Begleitung auf diesem Blog. Wir wünschen dir einen guten Jahresausklang. Klaus & Lady C.