Nach zwei Wochen HüttenhelferDasein auf der Rotondohütte hier ein paar Notizen aus dem Schnee.
Vieles wiederholt sich, z.B. die täglichen Arbeiten in der Hütte, die wunderbaren Sonnenauf- und untergänge oder die geselligen Aperi vor dem Abendessen. Daher nun lediglich eine kurze Zusammenfassung:
Es ist mal wieder soweit. Mein Februar auf der Rotondohütte rückt näher. Nun schon zum vierten Mal! Wie gewohnt geht es locker mit DB und SBB nach Realp, wo ich für die Nacht Unterschlupf in der Wohnung von Pia, der Hüttenwartin, finde.
Am Morgen in Realp habe ich noch Sicht auf das kleine Schweizer Dorf am Furkapass.
Doch steige ich im Nebel auf. Gut, dass ich den Weg schon kenne und mich 30 Stangen in unregelmäßigen Abständen bei der Orientierung unterstützen.
Je höher ich komme, um so klarer wird es.
Nach 6 Stunden Aufstieg im tiefen Neuschnee mit schwerem Rucksack sehe ich mein Ziel vor mir (Suchbild).
Wir – Pia, Inga (Hüttenhelferin) und ich – haben am nächsten Tag Muße für ein köstliches Mittagessen, das wir sogar auf der Terrasse genießen können. Doch wird es danach schnell so kalt, dass wir ins Hütteninnere flüchten.
Inga ist neu hier und kennt sich schon gut aus. Sie ist in 2024 den PCT (Pacific Crest Trail) in den USA gelaufen und hat dabei einen klasse realistischen Reisebericht erstellt. Kann ich nur empfehlen.
Pizzo Lucendro an Gashäuschen mit ausgelagerten knallroten Westfalia-Gasflaschen. Ein wahrer Augenschmaus.
Ein Augenschmaus ganz anderer Art ist die neue, rubinrote Wandhalterung für Mobiltelefone, um diese zu laden. Kreiert von Jürgen Steger in Kassel, hängt sie nun an der Wand in der Rotondohütte. So brauchen die Mobiltelefone nicht mehr auf der Frühstücksablage herumzuliegen und die Vorbereitungen zu stören.
Oh, oh … Eine Fönwalze, aus dem Tessin kommend, versucht das Witenwasserental zu erobern. Die nächsten Tage wirde es kaltes, stürmisches Wetter mit etwas Schnee geben. Es hagelt Absagen und wir werden für 3 Tage allein hier oben sein. Inga fährt nach Hause (Freiburg) und kommt vor dem hoffentlich gastfreundlicheren Wochenende wieder zurück.
Vor der Wetteränderung schaue ich noch nach dem Gletschertor des Witenwasserengletschers, das mich im letzten Winter so beeindruckt hat.

Es ist, besonders auf der linken Seite, größer geworden. Ich bin allein hier und werde innerlich still.
Schneewächte über Gletschertor – oder Eis mit Schlagsahne.
Von innen nach außen fotografiert.
Und wieder zurück zur Hütte. Im Hintergrund immer noch der Fön-Eroberungsversuch aus dem Tessin.
Schon in der Nacht stürmt es und am Morgen ist die Umgebung in den Wolken verschwunden.
Ohne Gäste kommen wir im beheizten Gastraum aktuell auf maximal 12°. Die Schlafräume haben ca. 4°. Mit angepasster Kleidung und Schlafsack ist das sogar noch gemütlich. Ich nähe für den Hüttenhund Hilas zwei alte Handtücher zusammen, um so sein Futtersuchspiel zu verlängern.
Das Wetter wechselt häufiger als meine Unterwäsche. Mal ist Sonnen- und Terrassenwetter, jedoch nur kurz. Dann windet und schneit es und es kommt drei Tage lang kein Mensch hierher. Am. Samstag dann, bei gutem Wetter, versorgen wir 65 Skitouren- oder SchneeschuhgängerInnen. In einem guten Team macht das richtig Freude.
Zu Wochenbeginn machen Inga und ich einen ‚Personalausflug‘ zum Gletschertor.
Eigentlich sollte laut Wettervorhersage die Sonne scheinen. Aber auch in Wolken tut es gut, mal rauszukommen.
Mal wieder lässt mich das Gletschertor vor Bewunderung still werden.
Inga macht eine wunderbare Detailaufnahme der Eisstrukturen – Naturkunst.
Pia stellt mir eine Drohnenaufnahme der Uni Zürich zu Verfügung, auf der die Felsabstürze ins Bedrettotal und das Witenwasserental inkl. Rotondohütte und Realp im Sommer zu sehen sind (Suchbild), aufgenommen von Süd-West.

Aus der Drohnenperspektive ist die Landschaft noch beeindruckender als wenn man als kleines Menschlein durch diese hindurchläuft.
Es trübt ein, schneit ein wenig und windet stark. Die Lawinenstufe erhöht sich auf 3+. Keine Gäste. Es kommen stille Tage mit reduzierter Raumtemperatur auf uns zu. Wir üben uns bis auf weiteres in Geduld und Gelassenheit.






















Wieder mal eine spannende Erfahrung über die Du berichtest und soo schöne Bilder!
Wieder mal eine spannende Erfahrung über die Du berichtest und so schöne Bilder!
Ich reise ein bisschen mit.