Via Alpina Slovenia


Donnerstag, 2.9.:

Arnoldstein: Alles ist aufgefrischt. Wäsche, Körper, Geldbeutel, Akkus. Wir verabschieden uns von der freundlichen, in die Jahre gekommene Pension Fertala.

Zunächst schummeln wir etwas. Anstatt eines dreistündigen Anstiegs auf einem Fahrweg zum Dreiländereck lassen wir uns liften.

Als zusätzliche Begründung lassen wir auch die Entlastung der Knie gelten.

Wir nehmen Abschied von Kommerz-Österreich …

… und grenzschlängeln an Italien entlang …

Am Dreiländereck

… in Richtung Slowenien.

Der Wurzenpass ist unser nächstes Ziel. Vor der automobilen und Bahnzeit war er eine wichtige Handelsverbindung zwischen Slowenien/Italien und Österreich.

Hier stoßen wir auf die Markierung des Slovenian Mountain Trail, der nun für lange Zeit identisch ist mit der Via Alpina, nur dass diese viel seltener beschildert ist.

Ein erster Versuch dem Weg zu folgen, scheitert an einer Herde Kühe, die sich, angeführt von einem Stier, brüllend in den Weg stellt und irgendwie angriffslustig auf uns zu kommt. Wir ziehen uns auf die Fahrstraße zurück und tippeln drei Kilometer über Asphalt nach Podkorem, einem fein herausgeputzten Dorf.

Lediglich ein paar Häuser weisen noch auf die Patina der Vergangenheit hin.

Nach einer hübschen Wald- und Wiesenwanderung erreichen wir Planica, ein gigantisches Skispringzentrum, das schon heute auf die in 2023 hier stattfindende Weltmeisterschaft hinweist.

Auf breiten Wegen laufen wir an das Ende des Tamartals, das mit einer phantastischen Bergkulisse und einer Unterkunft im Dom Tamarju (Dom=Hütte) aufwartet.

Hier bekommen wir ersten Kontakt zur deftigen slowenischen Küche: Krainer Würste mit Sauerkraut und Buchweizen und eine kräftige Gerstensuppe.

Freitag, 3.9.:

Steil geht es hinauf. Der Ausblick auf den Jelenec kommt dabei stetig näher.

Letztendlich landen wir auf einem vielbesuchten Gipfel (Name wird nacheditiert) (ca. 1900Hm) mit großartiger Aussicht.

Wie in den Bergen üblich geht es nun wieder hinab, diesmal ca. 1300Hm ins Soca-Tal.

Wir kraxeln bei einem Zwischenstopp zur Soca-Quelle, die überraschenderweise in einem tief im Fels liegenden Becken entspringt. Farblich phantastisch.

An frühen Abend erreichen wir Kamp Soca, einen Campingplatz. Hier lernen wir eine weitere Via-Alpina-Wanderin kennen mit einer sehr interessanten und langen Wanderhistorie. Außerdem zeltet neben uns eine Alpe-Adria-Trail-Wanderin aus Kassel. Welch ein Zufall. Wir verabreden ein Treffen in Kassel, wenn wir wieder daheim sind.

Samstag, 4.9.:

Eigentlich würde uns die heutige Etappe zu der Hütte führen, die am häufigsten als Basis  für die Triglav-Besteigung genutzt wird. Doch bei dem schönen Wetter wollen wir dem slowenischen Wochenendansturm auf ihren höchsten Berg entgehen.

Wir bleiben also im Camp und machen einen Tagesausflug auf den Soca-Trail, der an diesem smaragdgrünen Fluss entlang führt.
Direkt am Zeltplatz geht es auf schmalen Pfaden los.

Hier ein paar Eindrücke …

Leider hat der Weg für mich zwei erhebliche Nachteile. Der Weg ist sehr beliebt und wird medial gehyped. Daher ist er schon ziemlich ausgelatscht und die Steine sind schmierig bis glatt. Schlimmer für mich ist noch, dass die Fahrstraße entlang der Soca stets parallel am gegenüberliegenden Ufer entlangführt. Dadurch bin ich ständig dem Auto- und insbesondere dem Motorradlärm ausgesetzt. Da ich die Stille der Berge sehr mag, ist das hier ein echtes unangenehmes Kontrastprogramm. Doch die Ausblicke auf die rauschende und manchmal mäandernde Soca bleiben unvergleichlich schön.

Nach ca. 9 km Soca-Trail kehren wir um und laufen auf gleichem Weg wieder zurück zum Zeltplatz. Heute Abend sind weniger Gäste da und die Luft ist angenehm frisch.

In Vorfreude auf den morgigen Aufstieg gönnen wir uns noch ein Bierchen in der Kamp-Bar.

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