Mal die Alpen über-queren

Durch-quert haben wir die Alpen von Ost nach West bereits: Auf einem selbst zusammengestellten Weg, der sich am Sentiero Italia orientiert, waren wir in den Jahren 2021 bis 2024 auf der Alpensüdseite von der Adria zur Côte d’Azur unterwegs.

In diesem Bergsommer möchte ich gern die Alpen von Nord nach Süd über-queren – am liebsten auf einem abwechslungsreichen, wenig begangenen Weg. Von meiner Legionellen-Erkrankung habe ich mich überraschend schnell erholt, so dass ich mich wieder fit für eine weitere Weitwanderung durch die Alpen fühle.

Auf der Suche nach einer geeigneten Alpenüberquerung bin ich auf den „B1“ von Brülisau nach Airolo gestoßen. Der Schweizer Alexander Beck hat diese Route seit 2014 in mehreren Sommern entwickelt: Die Tour „kommt ohne Alpinausrüstung (Steigeisen, Klettersteigausrüstung) aus und eignet sich lt. der Tourenbeschreibung für Tourengeher mit Zelt- bzw. Biwakausrüstung und Hüttenwanderer. Die Schwierigkeit der Route ist mit max. T4, Alpinwandern, angegeben.“ (trekkingtrails.de)

Um diese Tour für mich zu vervollständigen, habe ich (in Theorie auf der Karte) den B1 nach Nord und Süd so verlängert, dass daraus eine Alpenüberquerung vom Bodensee zum Lago Maggiore entstanden ist, die ca. 350 km und je ca. 24.000 Hm bergauf und -ab umfasst.

Der Plan:
Vom Bodensee spaziere ich erstmal durch das Appenzeller Land. Ab Brülisau beginnt der B1 und es geht durch das Alpstein-Gebiet, wo es auch geologisch interessant wird. Nach dem Abstieg zum Walensee fähre ich über diesen und wandere auf einer Etappe des Sardona-Welterbe-Weges (auch geologisch interessant!) an den Murgseen vorbei hinab ins Sernftal. Über den Panixerpass komme ich in das Vorderrheintal (Surselva). Von hier geht es hinauf auf die Greina-Hochebene. Über den Lukmanierpass erreiche ich Airolo am Fuß des Gotthardpasses. Der B1 endet hier. Für mich soll es weitergehen: Auf selbst zusammengestellten Wegen strawanze ich durch das nord-westliche Tessin bis zur italienischen Grenze, wo ich auf dem Sentiero Italia durch das Val Formazza und das Ossola-Gebiet hinüber ins Val Vigezzo komme. Noch ein paar Tage durch den Nationalpark Val Grande und ich erreiche den Lago Maggiore. Das ist der Plan, der ‚laufend‘ – wie bisher immer – an die Realität angepasst wird.

Ich hoffe, dass die Alpenüberquerung vom Bodensee zum Lago Maggiore mir ein tolles spätsommerliches Bergwandererlebnis inklusive interessanter Landschaften, freundlichen Leuten und neuem Lukullischem schenken wird. Auf geht’s.

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