HRP-West: Cabana Barroso -> Rif. de Viados

Tag21, Dienstag: teilweise öde und ent-täuschend

Heute Nacht ist es passiert: Um ca. 2 Uhr wurde ich wach, weil ich mit meiner Hüfte durch meine tolle Luftmatratze hindurch die OSB-Platte spürte, auf der die Matte lag.

Dafür gab es nur eine Erklärung: Die Matte hat mindestens ein Loch mehr als vorgesehen. Also erstmal nachpumpen, damit ich weiterschlafen konnte. Das wiederholte sich dann nochmal um ca. 5 Uhr und kurz vor dem Aufstehen.

Zum gemütlich Frühstücken war es noch zu frisch. So packte ich am Morgen mein Hab‘ und Gut stiefelte los.

Erst noch ein Abschiedsbild von der Cabana Barrosa …

und ein Willkommensbild vom Schein der aufgehenden Sonne …

Zunächst ging es schattig 2,5 Stunden bergab.
Der Weg führte mich an einer Weihnachtsstimmung vorbei.
Die Assoziation dazu war einfach plötzlich bei mir da …

Bis dahin hatte ich immer noch kein Frühstück und ich wusste, es steht mir ein sich hinziehender elf km langer (Dirt Road) Aufstieg bevor. Für die nächsten Tage fehlte mir auch noch etwas Proviant, so dass ich einen guten Grund hatte auf der A-138, die Spanien mit Frankreich über den Tunnel d’Aragnouet verbindet, bis zum Lebensmittelladen an der Tankstelle in Parzan zu laufen …

Auf der A-138 war nichts los.


Interessant, dass es auch mal schön sein kann, auf Asphalt zu laufen und mir in der dortigen Bar ein großzügiges Brunch zu gönnen. Ungewohnte, manchmal angenehme (Kaffeemaschine), manchmal unangenehme (Automotor) Geräusche und Gerüche umgeben mich. Der Unterschied ist wirklich krass, wenn man ein paar Tage aus dem menschlichen Bienenschwarm draußen ist und dann wieder Kontakt aufnimmt.

Frisch gestärkt ging es wieder 1,5 km zurück bis zum Start der ElfKmDirtRoad. Doch vorher noch ein Vitaminschub. Ich war ganz schön spät dran für mein heutiges Vorhaben.

Wenn schon keine Bären, dann schon wenigstens „Beeren“

mal wieder Dirt Road

Der Weg war so breit, dass er einspurig befahrbar war. Nur zwei SUVs kamen mir auf der ganzen Strecke entgegen. In den Ferien wird das anders sein, denn am Ende des Weges gibt es ein paar schön gelegene Seen. Da lässt sich Allrad“abenteuer“ mit WochenendPicknick gut verbinden. An einigen Kehren erlaubt mir der Weg einen kurzen Einblick in den Barranco de Urdiceto, eine gewaltige Schlucht, die mir schon beim Anblick Respekt einflößt. Nicht meins. Zu dunkel, zu eng.

Bis zum Paso de los Caballos auf 2.319m ging es hoch, vorbei an der gleichnamigen Cabane de los Caballos (nicht sehr einladend) …

… und etwas muffig-rauchig.

Ab hier ging es dann fast nur abwärts, mal auf Dirt Road, mal auf naturnahen Wegen bis ich mit vielen Kilo- und Höhenmetern in den Beinen am Abend gerade noch rechtzeitig zum Abendessen das Rifugio de Viados erreichte. Für Zeltaufbau und Kochen hatte ich einfach keine Lust mehr.

Beim Essen lernte ich einen Europäer deutscher Herkunft kennen, der sich die Begehung des GR11 vom Mittelmeer zum Atlantik zum Ziel gesetzt hatte. Wir hatten einen intensiven Austausch über Routen und Ausrüstung. Leider wurden ihm am folgenden Morgen seine SuperCarbonTrekkingStöcke gestohlen. Der erste Diebstahl, den ich in all den Jahren meiner Bergwanderzeit auf einer Hütte in den Bergen erlebt habe. Ich war ent-täuscht.

Tag 21: ~10,5 Std. ~31 km /~1.630 m \~1.650 m

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